
Wien – Frankfurt – Bogotá – Santa Cruz – Cochabamba
Um die 27h unterwegs, 4 Flüge, erstes Mal ein anderer Kontinent, alleine und übernacht – eine gute und sehr nervenaufreibende Erfahrung
Am 28. Juni sind meine Eltern und ich um 4Uhr in Stattegg aufgestanden, denn wir mussten zum Flugharfen in Wien. Von dort ging meine erster Flug nach Frankfurt um 10:10Uhr. Nachdem ich fertig eingecheckt – das online Check in hat natürlich nicht reibungslos funktioniert – und dann noch meine zwei großen Gepäckstücke aufgegeben hatte, war es Zeit mich auch von Mama und Papa zu verabschieden. :´( Ich hatte sehr gespaltene Gefühle, da ich einerseits voller Vorfreude auf das Jahr sowie die Reise war und andererseits totalen Respekt hatte die alleinige Reise anzutreten und dazu Mama und Papa, die immer (örtlich) zur Stelle waren zurückzulassen.
Jedoch musste die Reise beginnen und so fand ich mich nach der Sicherheitskontrolle (Plus auf 180 ; )) natürlich viel zu früh im Wiener Flugharfen und wartete auch meine Gateauskunft.
Am letzten Gate dann, stieg ich in das erste Flugzeug – Fensterplatz : )
Da ich in den letzten Tagen so viele wunderbare Menschen um mich herum hatte, hatte ich auch noch auf diesem Flug einige Briefe zu lesen, die mir mit „erst öffnen wenn du weg bist“ oder „…wenn du in der Luft bist“ übergeben wurden. Gut, so hatte ich schon meine erste Reiselektüre, die mich sehr zum Weinen – vor Freude und Rührung – gebracht hat. Ich danke euch sehr für die schönen Worte! Vielleicht war das Lesen während des Kurzstreckenflugs nicht das Schlauste, weil bei der recht schnellen Landung taten mir dann – vermutlich aufgrund der rinnenden Nase – schon die Ohren weh…
Doch diese Ankunft war noch recht entspannt.
Nach einer gefühlten Wanderung durch den Flughafen in Frankfurt, bin ich recht schnell meinen Anschluss Flug angetreten – den langen Flug – wieder am Fester (ich hatte echt Glück).
11h Flug, Start um 12:50 (österreichische Zeit) und Ankunft um 17:30 (argentinische Zeit = 7h früher). Der Flug war sehr angenehm, ich hab ein bisschen geschrieben, gelesen, und natürlich das Film sowie „Self Care“ (geführte Meditationen, aber nicht so gute) Angebot ausgenutzt. Leider konnte ich überhaupt nicht viel schlafen was mir später etwas zum „Verhängnis“ wurde. Doch das Gefühl so weit über den Wolken zu sein, den Atlantik unter sich und dann wieder das „andere“ Festland zu sehen ist fast unbeschreiblich. Beängstigen, aufregend und beeindrucken zugleich.
So schnell ich in Frankfurt meinen Anschlussflug hatte, umso länger musst ich dann auf der anderen Seite der Erde auf den Flughäfen warten – semigenial.
In Bogotá waren es um die 4h, in denen ich versucht hab diese Website zu erstellen. Typisch Clara: „Ich hab ja Zeit und Internet also kann ich das hier ja gut machen… naja es wollte nicht wirklich funktioniert – immer wieder war alle plötzlich weg – aaahhh. Dann hab ich es gelassen, aber war schon mental etwas angeknackst.
Als es dann in Richtung Bordingtime ging und alle Ansagen – und das waren einige – nur auf Spanisch waren, wurde ich immer nervöser ob eh alles passt.
Nun ja, ich bin zwar gut in das Flugzeug gekommen aber der Flug war der „schlimmste“ von allen: ich war so müde, konnte aber nicht schlafen, weil ich gefühlt dabei allen im Weg war (Sitz am Gang), hab alles fallen lassen, es war dunkel – mitten in der Nacht – , ich musste zwei Formulare für Bolivien ausfüllen, die fast nur auf Spanisch waren… einfach nur zach und Energie raubend.
Die Ankunft war dann um 3:30 in Santa Cruz (1h Zeitverschiebung zu Bogotá) gemeinsam mit zwei weitern Flugzeugen und wir alle mussten Einreisen – uns bei der Migración „registrieren“ bzw. eine Aufenthaltsgenemigung bekommen. Aber was passiert. Das System spinnt. Das heißt warten. Aber ich hatte einen Anschlussflug, zwar nicht sehr bald aber es war trotzdem sehr Nerven aufreibend… und noch dazu überhabt kein Englisch alles nur auf Spanisch und ich hatte ein volles „Black Out“ : der Mann bei der Migración hat mich und ich ihn nicht verstanden; die Frau bei der Zoll-/Gepäckskontrolle hat die ganzen Solarlampen und Panelen, die ich für meine Arbeit in Potosí brauch, gefunden und ich konnte ihr nicht wirklich erklären was das ist; der Mann beim neuen Check in hat von mir eine erneute Zusatzgepäckbezahlung verlangt, obwohl ich das soweit ich wusste schon in Wien gemacht habe; bei der Sicherheitskontrolle (die dritte auf der Reise) wurde mir verständlicherweise noch die Schere abgenommen,…
Den Tränen schon sehr nah, wenn nicht schon von ihnen überfallen, habe ich dann versucht das Gute zu sehen: Beide meine Gepäcksstücke sind angekommen! Ich habe alles überstanden und warte auf meinen letzten Flug! Ich freu mich auf die Umarmung wenn ich angekommen bin! Bald geht die Sonne auf und ich sitz am Fenster!
Um ~6:10 dann hob das letzte Flugzeug meiner Reise ab und wir konnten den Sonnenaufgang über den Wolken sehen. Nach 45minuten war auch schon COCHABAMBA in Sicht und kurz darauf hatte ich schon mein Gepäck und wurde von Jacques (gemeinsam mit Carmen Leiter der Sprachschule) herzlich begrüßt und umarmt. : ) ANGEKOMMEN!
Jacques brachte mich dann auch direkt zu meiner Gastfamilie im Barrio Alalay, wo auch die Sprach Schule ist. Dort kamen wir um ungefähr 7:30 an und frühstückten gleich mit meinen Gasteltern Miguel und Franzisca, deren Sohn Rotrigo, dessen Sohn Matias und Teresa (eine weitere Freiwillige aus Salzburg, die aber schon bald Cochabamba verlässt). Alle haben mich sehr herzlich aufgenommen und schon ein paar spanische Worte mit mir gewechselt. Das sprechen fällt mir noch ziemlich schwer aber ich kann einiges verstehen. Mal sehen wie sich das – auch mit dem Sprachkurs – entwickelt.
Nach dem Frühstück hab ich mich direkt nach einer Dusche (ich hab ein eigenes Bad) in mein sehr schönes sonnenseitiges Zimmer verzogen, um etwas Schlaf aufzuholen.
Im Großen und Ganzen war die Reise sehr aufregend und anstrengend. Sie war der erste Schritt in etwas Neues, Ungewisse – in ein Abenteuer und sie selbst war schon eins.
Cochabamba und mein Leben hier beschreibe ich euch in einem anderen Beitrag, sonst wird der hier noch länger…
Alles Liebe aus CBB
Clara







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