
Ein Ausflug in die Berge der Anden, auf 5.030m, mit schönen unterschiedlichsten Menschen, etwas Geschnaufe, wunderbarem Ausblick, erfrischender Abkühlung im See und leckerem Picknick
+ einem Besuch im Thermal Bad "Cabaña de los Torres" para relajarnos
Samstag 21.Aug

Um 6Uhr trafen wir uns in unserem Barrio beim rotonda- ein Kreisverkehr, der zum fast täglichen Treffpunkt wurde. Wir sind Jonas, Elias und ich sowie unser Sprachlehrer Daniel und der Freund – mittlerweile Ehemann – unserer schwangeren Sprachlehrerin Melisa, Vincent aus Deutschland. Von dort aus gings in den Norden zum Haus meiner/unserer Bekannten aus Österreich, die aber schon seit mehr als 35 Jahren am Stück hier in Cocha lebt. Inge kennt sich sehr gut in den Berge aus und hat auch diese Tour geplant. Bei ihr angekommen, lernen wir auch Daniela, eine ihrer Freundinnen, kennen, die uns auch begleitete. Nach einem Kaffechen (cafesito) gings auch schon in einem Minibus los in Richtung Tunari (Parque national). Die Fahrt dauerte ungefähr 2h vorbei an Lamaherden und kleinen Gemeinschaften auf zum Teil sehr huckeliger Strecke. So erreichten den wunderbaren See (siehe Foto) auf einer Höhe von 4.700, ungefähr gegen 10Uhr und auf gings.
Bevor es losging haben wir noch etwas sehr Bedauerliches erfahren. Inge erzählte uns, dass Santiago, einer ihrer beiden Söhne, 2009 mit knappen 21 Jahren hier in den Bergen verunglückt ist. Er hätte am kommenden Montag Geburtstag gehabt, weshalb Inge dieses Wochenende gerne hier ist, um im Andenken an ihn, den Pico zu besteigen. Sie haben auch an diesem See eine Gedenktafel errichtet, bei der wir Blumen und Mannerschnitten – waren seine Lieblinge, wie auch die von seiner Mama Inge – hinterließen und unseren Aufstieg begannen.
Der Weg führte uns zunächst um den See und dann steil – wie es ein Berg so an sich hat – nach oben. Wir überquerten Felsen, Gestrüpp und schottrige Wege. Ich merkte, wie ich schneller außer Atem kam als sonst, aber es war gar nicht so extrem wie ich es mir vorgestellt hab – vermutlich war es auch meine mentale Einstellung. Zum Glück hab ich auch nicht Kopfweh oder andere Höhenkrankheitssymptome bekommen. Somit konnte ich den Aufstieg, die Anstrengung, den Ausblick und die Landschaft unfassbar genießen und erleben.

Nach ungefähr 1 1/2 h und ein paar Päusschen, um zusammenzuwarten, erreichten wir den Pico! Daniela ist früher ausgestiegen aber der Rest hat es diesmal – Jonas, Elias uns Daniel haben ihn schon einmal bestiegen – ohne großes Leiden geschafft und wir genoßen die wunderbare Sicht auf Cocha sowie die weitern Berge des Tunari Gebirges – einfach in den Anden… irgendwie echt unvorstellbar. Bei einer kleinen Streckung, hörten wir auch noch die ganze Geschichte von Santiago und dass er ein Mensch der Berge war, weshalb dieses Gebirge auch auf eine Art seine Heimat ist.
Noch ein paar Fotos gemacht und auf geht’s wieder hinunter zum See.
Der Abstieg war recht schnell. Vor allem ist Inge uns allen davon gezogen! Dabei muss gesagt werden, dass sie schon zu der älteren Generation zählt und uns das alle voll geflasht hat : ) Unten angekommen wartete schon der See auf uns. Ein Gewässer in Bolivien, das sauber ist, muss ausgekostet werden. Also ab mit uns hinein. Gewand aus und aaahh soooo herrlich. Sehr frisch, aber genau das ist was ich so liebe.
Danach erwartete uns die verdiente Jause. Inge hat einfach an alles gedacht. Decken fürs Picknick, Schüsseln und Becher sowie leckeres Brot, Gemüse, Käse und sogar einen Kuchen – es war ja auch eine Geburtstagsfeier. Es schmeckte alles wunderbar und ich genoss einfach nur die Sonne, das Wasser und unsere Gespräche.
Rund um 16Uhr machten wir uns dann mit dem Bus auf dem Rückweg, wobei wir wieder auf einige Lamaherden stoßen. Nachdem wir mas o menos um 18Uhr wieder bei Inges Haus ankamen, war der Abend noch recht jung und wir beschloßen noch (ein) cerveza trinken zu gehen. Soviel ich später erfuhr war der Vorschlag sogar nur ein Schmäh von Daniel, aber aus dem einem wurden dann ein paar mehr und wir hatten noch einen angeheiterten Abend.
Sonntag 22.Aug
Cabaña de los Torres
Am nächstem Tag hat uns Inge wieder auf einen Ausflug mitgenommen. Der perfekte Ort nach einem Wandertag. Nachdem wir ausgeschlafen haben, fuhren wir zu einer Thermalwasser Quelle, wo wir eine weitere Freundin von Inge, Frida und ihre Kinder – etwas jünger als wir – kennenlernten. In der Cabaña konnten wir das warme Wasser, das nette Ambiente, ein paar „Attraktionen“ für Kinder und ein gutes Essen genießen. Außerdem haben wir ein bisschen geschlummert und eine Art BingBong gespielt. Es war nicht viel los, aber alle Besucher*innen waren einheimisch und das Flair war sehr familiär herzlich : ) Wir blieben ungefähr von 11 – 18Uhr und auf der Heimfahrt hatten wir ein sehr spannendes Gespräch mit Inge, denn sie erzählte uns von der Entwicklung und Veränderung Boliviens sowie dem Einfluss Evo Morales (dem recht korrupten – zunächst sehr positiv angesehenen – Expräsidenten, der viel in die Gänge gebracht und auch sehr viel zerstört hat).
Es war ein sehr angenehmer und chilliger Tag mit netten Menschen.
Ich bin sehr dankbar für dieses Wochenende und dass ich die Erfahrung, einen über 5.000m hohen Berg zu besteigen, machen konnte. (Vielleicht geht da ja auch noch mehr in Potosí – vamos a ver…)
Jedoch geht ein besonders großes Dankeschön an Inge, die beide Tage mit vollem Elan geplant und uns so herzlich aufgenommen hat sowie teilnehmen ließ!
Es sind schönen Erinnerungen, die mir bleiben werden!
Alles Liebe aus Cocha
eure Clara











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