Reise in den Westen

Idylle am Titicaca See, Übernachtung auf der Isla del Sol und auf Erkundungstour in La Paz, der Andenmetropole
– der Start in 2022 mit einer eindrucksreichen Reise

Am 3.Jänner 2022 starteten wir von Cochabamba aus mit dem Bus über La Paz nach Copacabana am Ufer des Lago Titicaca (=Titicaca See). Es war ein ganzer Reisetag an dem wir insgesamt um die 12h im Bus unterwegs waren.
Zunächst 8h nach La Paz und von dort direkt über eine wunderbare Strecke zum See.
Der Titicaca See liegt auch auf fast 4.000m und hat eine Fläche von 8288km² – somit der größte Süßwassersee Südamereikas. Er liegt auf der Grenze zwischen Bolivien und Peru und gehört daher je zur Hälfte zu jedem Land.
Wir haben die bolivianische Seite mit Cocacapana und der Isla del Sol (Insel der Sonne) besucht.

Auf dem Weg nach Copacabana – bei der genialen Fehrüberfahrt (unser großer Reisebus wurde ohne Passagiere – welche mit kleinen Booten fuhren – auf einer Art improvisiertem Floß von einem Ufer zum anderen transportiert… herrlich) lernten wir eine Kanadierin kennen, die gerade auf Reisen ist – Clara. Sie reist alleine und hat uns gefragt ob wir ein Hostel Zimmer teilen möchten. Auf uns wirkte sie sehr nett und interessant, also hatte wir nichts dagegen.

Nachdem wir ein einfaches Dreibett-Zimmer gefunden hatten, machten wir uns auf an den See. Die Sonne ging gerade unter und die Stimmung war wunderschön… Elias und ich hatten uns noch in den Kopf gesetzt, schwimmen gehen zu müssen… also suchten wir uns einen netten Steg und probierten das kalte – aber gar nicht zu kalte – Wasser bei Sonnenunterganslicht.

Danach genossen wir noch am Hafen die nette Stimmung bei vegetarischem Essen und interessanten Gesprächen in einer Mischung aus Englisch und Spanisch (ich hab es nicht mehr geschafft nur Englisch zu sprechen, immer kam mir wieder das Spanische in den Kopf… wurde eine witzige Mischung)

Am nächsten Tag ging es mit dem Boot zunächst auf die Isla de la Luna (=Insel des Modes) – die jetzt nicht unbedingt interessant war – und danach auf die Isla del Sol – die südliche Seite. Die Bootsfahrten dauerten insgesamt ca. 3h. Auf der Sonneninsel bekamen wir gleich ein gutes Angebot für die Nacht. Es waren Zimmer mit super schöner Sicht auf den See und die bolivianischen Anden – wunderbar. We take it!
Der Hostel-Besitzer bot uns gleich auch noch eine Tour mit dem Boot auf die nördliche Seite der Insel an. Er erzählte uns zwar schon, dass der nördliche Part aufgrund von Konflikten eigentliche ist für Touristen geschlossen , aber dass es jetzt nach und nach wieder beginnt… außerdem sollte es wunderschöne Strände geben und wir könnten über die ganze Insel zurück wandern… das hat uns so angesprochen, dass wir auch da zugesagt haben…
Doch er selbst durfte uns gar nicht fahren – anscheinend hätte er dann eine große Strafe bekommen – also hat er uns einfach mit seinem 13jährigen Sohn geschickt… wir waren ganz verblüfft aber der Junge hat sich voll gefreut und hat es in Begleitung von seiner 14jährigen Schwester auch super gut gemacht…

Im Norden angekommen machten wir uns über die Bergrücken entlang auf den Weg zurück in den Süden. Der Ausblick war ein Traum und das den ganzen Weg entlang. Wunderschöne weiße Strände, verschiedenste Grüntöne sowie Steinarten und dann noch die Weite des Sees, hätte wirklich das Meer sein können. Für nicht ganz 3h konnten wir all das geießen!

Wieder im Dorf des Südens angekommen, hatten wir alle einen riesen Hunger und haben auch bald ein nettes Restaurant namens „Pachamama“ gefunden. Bei Sicht auf die peruanische Seite des Sees sowie die Seite des Sonnenuntergangs, genossen wir unserer gut verdientes Essen. als die Sonne dann – leider hinter Wolken – verschwand, wurde es recht schnell kalt und wir retteten uns in unsere warmen Betten und schliefen schnell ein…
In der Nacht gab es einen wunderschönen Sternenhimmel aber den Sonnenaufgang verbargen wieder die Wolken und es regnete sogar…

Nach einer kurzen Überlegung ob wir noch einen Tag hier auf der Insel verbringen sollten, entschieden wir – also jetzt waren wir wieder nur zwei – uns doch dazu schon nach La Paz zu fahren. Einerseits wegen des Wetters und andererseits um uns während der Fahrt ein bisschen von unserer Erkältung – damals dachten wir, dass es vom schwimmen und der Kälte danach kam – zu erholen.

Ein kurzer Kaffeabstecher in Copacabana und auf nach La Paz in die große Hauptstadt Boliviens – 3,5h Fahrt.

La Paz

Angekommen in La Paz haben wir gleich die Teleféricos (=Seilbahnen) ausprobiert. Es gibt 10 Seilbahn-Linien die zu den öffentlichen Verkehrsmitteln zählen – pro Fahrt werden 3Bolivianos (= ca.40cent) bezahlt. das interessante ist, dass diese Seilbahnen von einer österreichischen Firma gebaut wurden… ich weiß nicht wie ich das finden soll…
Jedenfalls konnten wir aus der Luft aus gleich mal sehen wie riesig diese Stadt ist – und das war noch lang noch nicht alles was wir sehen konnten.

An diesem Tag warn wir beide sehr fertig, also beschlossen wir nicht mehr viel anzugehen. Nach einer Dusche und einer erfolgreichen Essenssuche, vielen wir müde ins Bett.

Am nächsten Tag erkundete ich einfach mal La Paz. Hab einen kleinen Spaziergang durch das Zentrum gemacht, war in einem interessanten Museum zu den Themen Ethnographie und Tradition und bin mit fast allen Teleferico Linien – die übrigens nach deren Farben von gelb bis violett benannt sind – durch bzw. über die ganze Stadt gefahren. Soo beeindruckend – vor allem alles von oben zu sehen. Wow! Außerdem habe ich so auch El Alto – eigentlich eine weitere Stadt, die aber schon mit La Paz zusammen gewachsen ist und wo sich der Flughafen befindet – erkundet.

Da mich die Größe der Stadt auch ein bisschen gestresst hat, habe ich beschlossen am Tag darauf ein bisschen in die Nahe Umgebung von La Paz zu fahren um eine Wanderung in der Natur zu machen. Also fuhren wir mit einem Minibus in die Südliche Zone La Paz und bestiegen von dort den „Muela del Diavolo„(=Zahn des Teufels), ein Steinkonstukt, das aus einem Berg ragt. Sobald wir die bewohnte Gegend hinter uns gelassen hatten, gab es echt sehr schöne Natur sowie Aussicht auf die Stadt. Nach ungefähr 1,5h erreichten wir auch schon unserer Ziel.

Oben angekommen genoss ich den Blick und Elias versuchte sich am Felsklettern. Zurück nahmen wir nicht den selben Weg sondern versuchten auf der anderen Seite des Berges abzusteigen um auch noch dem Valle de la Luna (=Tal des Mondes) einen Besuch abzustatten. Wir waren uns nicht ganz sicher bei dem Weg und sind auch nicht immer einem Weg gefolgt, aber schlussendlich, nachdem wir illegal eine abgesperrte Brücke überquert hatten und in ein Privatgrundstück, wo zum Glück niemensch zuhause war, eingedrungen sind, kamen wir noch ungefähr 2,5h an. Doch auf dem Weg haben wir schon so viele Steinkonstruktionen – darunter auch die für das Valle de la Luna typischen – und adere Naturphänomene entdecken können, dass wir uns dann gegen einen Eintritt entschieden haben.
Im Valle könnte wirklich gesagt werden, es sieht aus wie am Mond…

Also fuhren wir direkt wieder ins Hostel, wo wir uns nach einer Dusche auf zum leckeren israelischen Essen im Restaurant namens „Marrakech“ machten. Dort bekamen wir vom genialsten Gastgeber Aku gleich mal einen Tee aufs Haus und dann endlich wieder mal Hummus mit Fladenbrot, Falafel und Gemüsecouscous. Delisioso!! Allem voran die selbstgemachte Minz-Zitronen-Limonade!! Mhhh…
Aku war auch jedes Mal wenn wir in seinem Restaurant waren – und das war eigentlich jeden der drei Tage – in einer anderen Welt… genial!
Einmal lud er uns auch ein auf sein Level zu kommen ; ) mit einem Apfel…
und an einem anderen Tag hat er uns auch eine Shisha angeboten… auch nochmal ganz anderes auf dieser Höhe im Altiplano…

An dem Tag nach der Wanderung fielen wir auch wieder gut müde ins Bett um am nächsten Tag bei einer Art Kletterkurs wieder fit zu sein.

Unseren letzten Tag in La Paz verbrachten wir zum größten Teil an einem Ort (siehe Foto) eigentlich direkt in der Stadt, wo es möglich ist Fels zu klettern. Wir hatten einen super „Coach“ Julio, mit ganzer Ausrüstung, die er uns zur Verfügung stellte. Ich hab das vorher ja noch nie so richtig versucht, also war ich gespannt hier etwas dazu zu lernen und mich am Fels zu probieren. Die ersten drei leichteren Routen habe ich mit viel Anstrengung geschafft und danach waren meine Arme schon sehr ausgelaugt… es hat mir sehr Spaß gemacht und hoffe, dass wir das schon bald wieder machen können. Nach fünf Stunden rund um und am Felsen ging es dann wieder zurück ins Stadtzentrum – zum Terminal, denn die Pflicht rief und wir mussten zurück nach Potosí. Das Ticket war gekauft und der Hunger groß. Also gings nochmal ins Marrakech, um uns ein letztes Mal von dem Essen verzaubern zu lassen… hihi.
Da wir noch recht viel Zeit hatten bis unser Bus abfuhr, haben wir uns noch eine Stunde Privatsaune bzw. eher Privatdampfbad gegönnt. Super Einschlafmittel für den Bus.
Um 21:30 gings dann los in Richtung „zuhause“ – Potosí! Eigentlich sogar schon wieder mit einer leichten Vorfreude… : )

Doch zuhause angekommen – und das war gestern – gabs ein „böses Erwachen“. Da wir uns ja verkühlt gefühlt haben und auf Nummer sicher gehen wollten bevor wir wieder mit den Leuten hier in Potosí in Kontakt kommen, haben wir einen Corona-Selbsttest gemacht und ja… beide positiv… shit… wir wissen nicht genau wo wir es herhaben aber wir waren auf dieser Reise mit relativ vielen Menschen in Kontakt… relativ blöd… nunja
Jetzt warten wir auf unser PcR-Test Ergebnis… vermutlich sind wir eh schon wieder am Ende… mal sehen

Die Reise war jedoch eine große Bereicherung, hat mir noch einen neuen Blick auf Bolivien – mit all seiner so verschiedenen Landschaft – gegeben und gab mir die Möglichkeit wieder gut und mit neuer Motivation zurück nach Potosí zu kommen.
Dass sie so enden muss, ist ja schon fast wieder typisch. Aber nun ja ändern kann ich es nicht… werde jetzt halt noch diese Woche zuhause verbringen und erst dann ins neue „Arbeitsjahr“ starten… auch okay : )
Soweit geht’s mir auch gut. Habe keine starken Symptome und hoffe, dass es auch so bleibt…


Hoffentlich seid ihr gesund und es geht euch gut!

Bis bald & Alles Liebe

Clara

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