07.04. – 27.04.2022
Drei Wochen mit Mama und Papa durchs facettenreiche Bolivien

– ihnen einiges von meinem Alltag vorgestellt, selbst noch viel Neues entdeckt und nach langem Wiedersehen, gemeinsam eine wunderbare Zeit verbracht.
Ich hab mich unfassbar gefreut, dass Mama und Papa die Gelegenheit ergriffen und sich der Herausforderung gestellt haben, diese weite Reise nach Bolivien zu machen, um mich zu besuchen. Ich weiß, dass war mit vielen Nerven verbunden umso größer war die Wiedersehensfreude.

Ich danke euch von Herzen,
Mama und Papa!!
Auf unserer Reise konnten wir viele Orte besuchen.
Die teils geplant teils spontane Route war:
Cochabamba - Sucre - Potosí - Uyuni - Rurrenabaque - NP Madidi - Titicaca See + Isla del Sol - La Paz
Cochabamba
drei Tage

Das erste Mal in die Arme schließen konnten wir uns in Cochabamba. Der Flug von meinen Eltern kam am späten Nachmittag – natürlich mit etwas Verspätung – an und ich hab sie voller Freude – nach einer ur schnellen Fahrt von Potosí nach Cocha – abholen können. Die Flüge verliefen zum Glück alle recht ruhig und Mama und Papa kamen nicht völlig fertig an. Dennoch freuten sie sich schon wieder auf ein Bett und wir fuhren zu Inge – unserer österreichischen Bekannten, die in Cochambamba lebt. In ihrem wunderbaren Airbnb kamen wir für unsere Zeit in Cocha unter.
Cochabamba ist ja die Stadt in der ich auch meine ersten zwei Monate in der Sprachschule und bei einer Gastfamilie verbracht habe. Da ich mich deshalb schon recht gut auskannte und weil die Stadt einfach einen netten Flair sowie ein angenehmes Klima hat, war Cocha auch ein guter Start für unsere gemeinsame Reise.
Nachdem wir nach der Ankunft noch nett Abendessen waren und uns gut ausschlafen konnten, ging es am ersten Tag schon mit einem kleinen Sightseeing los. Wir waren beim Cristo – einer Christus-Statue, die als Monument auf einem kleinen Berg innerhalb der Stadt steht.
Die Statue ist – wie wir nochmals nach gelesen haben – die größte Südamerikas und somit auch höher als die in Rio de Janairo, jedoch „nur“ die zweit größte weltweit.
Wir sind per Seilbahn rauf gefahren – wir waren immerhin schon auf 2500m – haben sie gute Sicht auf die ganz Stadt genossen und sind dann einen netten recht langen Weg wieder zu Fuß hinunter.
Zweiter Punkt auf der Sights-Liste war der „Palacio Portales“, ein großes Anwesen, dass einem der drei bekannten „Zinnmännern“ gehörte – Simón I. Patiño. Dieser Mann hatt mit dem Zinn, das nach dem massiven Silberabbau noch in den Minen Potosis gefunden und abgebaut wurde, sehr viel Geld gemacht und hat dieses aber auch der Bevölkerung durch unterschiedlichste Projekte zurück gegeben. Er hat sich diese Haus – echt wunder schön – bauen lassen, hat es aber selbst nie bewohnt noch gesehen. Interessanter Man und seine Geschichte.



Schon an diesem Nachmittag und Abend ging es für uns ins „Barrio Minero“ – mein altes Zuhause während der Zeit in der Sprachschule. Wir besuchten zunächst meine Gastfamilie bei sich zuhause und versuchten einbisschen zu tratschen und von einander zu erzählen. Dabei war meine Übersetztungskunst gefragt… für den Anfang recht schwer aber es funktionierte nicht schlecht… Mama und Papa waren recht froh all das kennezulernen und zu merken das ich in guten Händen war und immer noch herzlich willkommen bin. Für mich natürlich auch.
Danach war die Sprachschule selbst an der Reihe. Wir hatten großes Glück oder der Zufall war auf unserer Seite, denn an diesem Abend feierte eine Kolleggin – Julia – auch von Intersol ihren Abschied von der Sprachschule und wir durften dabei sein und meine Eltern alle Leute sowie den schönen Ort kennenlernen. Papa sorgte mit seinem bisschen Spanisch – in den Monaten zuvor über Duelingo erlernt – für einige Lacher und eine nette Stimmung. Ich bin echt froh Teil dieser großen Familie zu sein.
Den nächsten Tag tauften wir am Abend schon den „Cancha-Tag“, denn wir verbrachten fast den ganzen Tag auf dem größten Markt nicht nur Cochabambas sondern von ganz Südamerika. Das war für Mama ein Traum ; )
Doch bevor wir uns ins Samstagsgetümmel – Samstag ist großer Markttag – gestürzt haben, gab es noch ein mega leckeres Frühstück. Ein Buffet mit Köstlichkeiten, das wir „mas o menos“ zufällig gefunden haben.
Auf der Cancha wurde dann während wir den Flair miterlebt haben auch schon mal richtig gut eingekauft. Denn auf der Cancha findet man einfach alles was man braucht, wenn man weiß wo… hihi..
Wir waren eher von der Sorte mal schaun was wir finden. Gefunden haben wir dann angefangen bei unterschiedlichsten bunten Täschlein aus dem typischen Aguayo-Stoff Boliviens über ein Charango bis hin zu Schals, echt viele schöne Andenken und Mitbringsel.
Nach dem für uns recht stressigen – durch die vielen Leute, Geräusche , Autos und allem Möglichen – Cancha Besuch, gings zu eine Tour durch ein altes Frauenkloster. Das war ein guter Ausgleich.
Zum Abendessen haben wir dann zwei typisch bolivianisch und auch cochabambinische Gerichte probiert und zwar den „Pique Macho“(DAS national Gericht) und „Silpancho“. Wir waren alle nicht so begeistert vom Pique aber ja… einmal muss er in Bolivien gegessen worden sein ; )




Der Sonntag war dann unser Relax-Tag mit Inge. Nach einem kleinen Frühstück zuhaue fuhren wir gemeinsam zu ihrem Häuschen am Stadtrand direkt an der Grenze zum Nationalpark Tunari. Dort hat sie uns ihr wunderbares neues Reich gezeigt und wir machen wieder einen kleiner Spaziergang zu einem super netten Lokal.
Zum Abschluss gabs noch ein super leckeres Abendessen in einem typischen bolivianischen „Gastgarten“ – würd ich jetzt mal sagen. wieder typisch: „Charque“ (=getrocknetes Lamafleisch wieder frittiert mit superleckeren Beilagen) und ein Gericht, dessen Namen ich immer vergesse aber das in der Erde langsam geschmort wird – auch super lecker!
Bei Essen haben wir dann schon entschieden diese Nacht mit dem Nachtbus – das 1. Mal – nach Sucre (Schucre ; ) ) zu fahren.
Mama und Papa waren sehr positiv vom Bus und seinem Komfort überrascht… umso besser war die Fahrt.
21:00 Abfahrt…
Sucre
zwei Tage
… Ankunft 5:00
Recht früh aber wir haben dann einfach bei ersten Hostel, an dem wir mit dem Taxi von Busterminal vorbeigekommen sind, angeläutet und uns gleich einquartiert… war keine ganz so schlechte Aktion. So konnten wir nochmal ein paar Stunden schlafen bevor wir richtig in Sucre angekommen sind : )
Nach dem zweiten Aufwachen haben wir erst einmal lecker gefrühstückt und gemütlich die kleine feine HAUPTstadt Boliviens erkundet. Dazu waren wir auf der „Recoleta“, wo es einen Superblick auf die Stadt gibt, im „Mercado central“, alte Webhandarbeiten stöbern und im „Casa de Libertad“, das Museum zur Unabhängigkeit Boliviens. Außerdem haben wir leckere Torten und Tees genossen. Gleichzeitig buchten wir noch eine eintägige Tour in den „Cordilleras de los Frailes“ für den nächsten Tag, was ein großes Anliege von Papa war. Hatte seine Berechtigung der nächste Tag war ein wirkliches Highlight.



Also gings am nächsten Tag nach dem Check-out in den Südosten des Departamento Chuquisaca/Sucre in die „Cordillera de los Frailes“ zur Kultur „Jal’qa“.
Gestartet hat die Tour wie so oft in Bolivien mit einer recht langen Autofahrt. Dann machten wir einen kleine 2stündigen Abstieg auf dem originalen Inca-Trail, um dann weiter in ein kleines Dorf „Maragua“ ( von Mal Agua = schlechtes Wasser) zu fahren. Dort aßen wir gemeinsam mit unserm guía und Fahrer zu Mittag.
Danach besuchten wir eine Frau aus dem Dorf, die die Webkunst noch beherrscht und auch gerade an etwas gearbeitet hat. Sie zeigte uns wie es funktioniert und erst da hab ich realisieret wie die Tücher gemacht werden und was das für ein Aufwand ist. Die Jal’qa Kultur hat eine bestimmte Webkunst die nur aus zwei Farben besteht – schwarz und rot. Das sind genau die Farben die zum Papa als Staatsanwalt passen und somit auch perfekt in sein Büro – da hat er sich sowie der Frau eine Freude gemacht und eines ihrer Werke mitgenommen. Das war ihr erstes großes Geschäft seit Langem.
Den nächsten Besuch statteten wir einem Charangospieler ab, der uns ein paar seiner Lieder vorspielte.
Die letzte Station war ein wunderbarer Wasserfall mit ganz viel Grün und herrlicher Aussicht.
Auf dem Heimweg blieben wir noch für einen letzten Aussichts-Überblick stehen und kehrten dann nach Sucre zurück.



Zurück in Sucre holten wir unser Gepäck und auf gings nach Potosí in einem sogenannten „rapidito“ (=“Schnelles“). Auf dem eigentlich recht sicheren und schnellen Weg gab es dann aber leider einen Unfall und wir mussten ca. eine Stunde warten bis wir weiterfahren konnten. So kamen wir recht spät in Potosí an, ich half Mama und Papa noch ins Hostel einzuchecken und dann gings auch für mich nachhause und nach einem klein Plausch mit den Jungs ins Bett.
Potosí
vier Tage
In Potosí hatten wir vor ein bisschen länger zu bleiben, um alles kennenlernen zu können. Die Institutionen sowie einbisschen meinen Alltag, das Arbeiten und die Freizeit.
Leider ging es dem Papa die ersten zwei Tage echt mies – wir gehen davon aus, dass es Sonnenstich war. Den wir waren in Sucre ja den ganzen Tag in der prallen Höhensonne unterwegs.
Deshalb waren Mama und ich zunächst den ersten Tag gemeinsam in der Stadt unterwegs, Café trinken und ein paar Orte hab ich ihr auch gezeigt. Außerdem hab ich versucht eine dritte Impfung für mich zu finden, denn die hätte ich gebraucht, falls wir wirklich nach Peru gefahren wären, doch das haben wir dann eh gelassen ; ). Papa konnte sich in der Zwischenzeit noch etwas ausruhen, doch zum Mittag waren wir dann gemeinsam bei uns zuhause. Elias hat schon eigentlich für den Vorabend – an dem wir dann leider echt spät angekommen sind – eine leckere Gemüse Suppe gekocht. Die durften wir dann zum Mittagessen genießen, genau das Richtige für Papa. Außerdem konnten so Mama und Papa einiges von ihrem Gepäck los werden. Sie haben nämlich von Hans – unserem „Chef“ aus Österreich – einige Dinge mitgebracht, Elias Judoanzug und auch von ihnen Schocki für alle ; )

Da wir nicht alle Tage die Institutionen besuchen konnten – wir waren nämlich direkt über Ostern in Potosí und ab Donnerstag war Feiertag – haben wir dann doch noch Yachay Mosoj – den eigentlichen Kinderhort, der für uns jetzt aber eher als „Früchteproduzierstätte“ funktioniert – besucht. Magarita war noch vor Ort so konnte sie auch kurz meine Eltern kennenlernen und ihnen Yachay zeigen.
Die Idee war dann auch noch PASOCAP zu besuchen aber Papa ging es wieder schlechter und somit beschlossen wir es für heute zu lassen…
Doch das Ding war, dass das Hostel, direkt gegenüber von mir zuhause, echt recht ranzig und keine schöne Atmosphäre zum Gesundwerden hatte… also machten Mama und ich uns auf die Suche, ein neues besseres zu finden. Das haben wir dann auch ud wir zogen um : ) in das „Hostel Cerro Rico“. – Viel besser – außer dass die Leute dort mich nicht mit ins Zimmer gehen ließen….aber nun ja.
Um den Tag abzuschließen gingen wir Mädels noch auf einen Cocktail und genoßen eine Straßen Tanz- sowie Musikshow : )
Am Gründonnerstag-Vormittag hatte Mama dann danke Esaul, der sich darum gekümmert hat, die Möglichkeit mit auf den Cerro Rico zu kommen wo wir gerade ein Projekt umsetzen.
Das Projekt kurz erklärt:
„Wir machen eine Studie mit den sogenannten „Guardas“ (=die Bewacherinnen der Mieneneingänge und Materialien) und unseren Solarlampen die auch als PowerBank funktionieren. Dabei bekommen die meist allein lebenden Frauen ohne Zugang zu Elektrizität, für ein Monat zur Probe einer dieser Lampen und wir begleiten sie dabei, falls sie in dieser Zeit Probleme, Fragen oder Schwierigkeiten haben.
In diesem Monat können sie selbst ausprobieren wie die Lampe so ist und ob sie für jede einzelne Vorteile hat oder nicht… Am Ende des Probemonats möchten wir von den Vor- und Nachteilen eine Evaluierung machen und anschließend den Guardas die Lampen zu einem subventionierten Preis zu Verfügung stellen. Bei der Mitfinanzierung haben Mama und Papa viel beigetragen indem sie zwei tolle Kerzenprojekte umgesetzt und mit einem Teil des Erlöses dieses Projekt und generell CESOL unterstützen.„

Also an diesem Tag haben wir einige Frauen besucht, um zu sehen wie sie mit ihren Lampen zurecht kommen und wir waren alle sehr positiv überrascht wir gut sie es machen und das es keine großen Probleme gab. Mit einigen haben wir ein bisschen länger getratscht bei anderen sind wir nur kurz vorbei. Mama hatte ein paar Buntstifte mitgebracht, die wir den Kindern schenken konnten.
Zurück in PASOCAP warteten wir ein bisschen, um neben Willy und allen anderen Mitarbeiter*innen inkl. Marleni, die mir viel geholfen hat, auch noch den Padre kennenzulernen und ihm die Grüße von Hans (vielleicht als kleines Versöhnungsgeschenk gedacht) zu überbringen.
Nach einem kleinen Gespräch und leckerem Oster/Gründonnerstags-Schmaus (vegetarisch ; ) ) gings kurz nach Hause zum bissi ausruhen.

Am Abend waren wir dann nochmal mit Esaul und seiner Fam verabredet, denn es gibt die Tradition hier am Gründonnerstag bis zu 14 Kirchen zu besuchen (mindestens 7 ; ) sollten’s sein ) Also haben Mama, Papa und ich uns mal getroffen und schonmal die Kathedrale angesehen. Da wir noch länger auf Esaul warten mussten – sehr sehr typisch – gingen wir der Kälte entsprechend „Api con Pastel“ essen und trinken. Nach einigem Warten in der Kälter war es dann soweit und wir besuchten noch gemeinsam mir Esaul + Fam weitere 6 Kirchen. Dann war es schon recht spät und wir machten uns auf nach Hause.
Am Freitag waren dann die Mienen an der Reihen. Doch bevor wir uns eine Tour suchten, gab’s einen Familie-Call zum Anlass Magdalenas Geburtstags. Wir haben uns zusammen telefoniert und ein bisschen gequatscht – super nett!!

Danach ging es auch noch für Papa zum/in den Berg. Wie schon mal berichtet ist das eine sehr beeindruckende und beängstigende Erfahrung, dennoch ist sie es wert. Leider fuhren wir nicht weit den Berg hinauf sondern gingen nur in eine Mine recht am Fuße des Bergs – aber ja es ist wies ist ; )
Danach ging es mir leider nicht so gut da ich mich am Vortag doch noch impfen ließ… schlussendlich recht unnötig für diese Reise aber ich werd die dritte Dosis so und so brauchen. Also hab ich ein bisschen gerastet und dann noch meinen Koffer gepackt mit all den Dingen, die Mama und Papa mit nach Hause nehmen sollten, weil ich nur mehr einen Rucksack hier haben wollte.
Am Abend trafen wir uns nochmal, sahen die große prunkvolle Karfreitagsprozession und gingen typisch potosinisch Essen – die K’alapurka. Das ist eine super leckere Mais-Kartoffel-Gemüse-Suppe gekocht mit Vulkansteinen. Sie wird auch mit einem Stein serviert, der das Ganze zum sprudeln und spritzen bringt – sehr spektakulär. Aber vor allem super lecker und sie kann auch vegetarisch zubereitet werden. Da haben wir unserer „casera“ (=Verkaufsfrau), die schon weiß, dass wenn wir kommen, vegetarische K’alapurka essen ; )

An unserem letzten Tag in Potosí besuchten wir – was in Potosí touristisch nicht fehlen darf – das „Casa de la Moneda“ (= Haus der Geldmünze). Dort wurden die ersten Münzen aus dem Silber des Cerros hergestellt und wir konnten noch ein paar alte Maschinen sehen und hörten ein bisschen von der Geschichte der Geldmünze.

Am Nachmittag gings dann zu den Seen KariKari über der Stadt Potosí. So schaffte ich es endlich mal, denn ich hab schon öfter und länger daran gedacht da rauf zu gehen… Zum Glück! Denn es ist echt wunderbar! Da wir alle – außer Mama, die war super fit – ein bisschen angeschlagen war, machten wir nur eine Runde um den ersten See, was auch super schön war. Es gibt aber noch ganz viel mehr Seen.
Da Karsamstag war hinterließen wir auch ein kleine Nachricht, die wir später auch noch nach Österreich verschickten.
Wir blieben fast bis zum Sonnenuntergang und stiegen in der golden hour mit wunderbarer Sicht auf die Stadt ab < 3
Zum Abschluss gingen wir in ein recht untypisches Restaurant für Potosí – ein mehr oder weniger vegetarisches Lokal. Dort aßen wir ein super leckeres 5 Gänge Menü! Wunderbar!!

Uyuni
drei Tage – Tour
Am nächsten Tag ging es früh los nach Uyuni. Eigentlich wollten wir wieder ein schnelle Auto nehmen doch gab es so früh noch keine und wir mussten den Bus nehmen. Damit kamen wir leider etwas zu spät an und mit all unserem Gepäck – ich hatte ja meinen riesen Koffer mit – war es auch schwer uns weiter zu bewegen. Doch schlussendlich fand uns der Typ von der Reise Agentur am Busterminal und das Abenteuer im „Salar de Uyuni“ (=die Salzwüste von Uyuni) konnte starten.
Für diese nächste dreitägige Tour, durch die Salar sowie die umliegende Landschaft, hatten wir Gesellschaft von drei jungen Deutschen, die auch ein Freiwilliges soziales Jahr in Santa Cruz machen. Das war recht nett, denn so hatten wir mal andere Menschen zum quatschen – auch für Mama und Papa auf Deutsch : )
Den ersten Tag nach unserer etwas bolivianischen Ankunft – verspätet halt – gings mit unserem Fahrer und guía Franz/Francesco/Pancho ; ) in die Wüste aus Salz. Super interessant! Wir sahen diese unendliche Weite – machten natürlich die typischen Täuschbilder – den Spiegeleffekt, der dadurch entsteht dass eine Schicht Wasser auf der weißen Fläche steht und es sich somit spiegelt, machten dabei ein super cooles Video und als Highlight genossen wir noch bei Wein, Bier, Snacks und Musik den so fabkräftigen Sonnenuntergang…
Ich denke hier sprechen Bilder mehr als tausend Wort… also hier die Fotos vom ersten Tag:










Nun ja und die Nacht verbrachten wir in einem super schönen Hotel. Also die Stadt Uyuni ist echt nicht sehr schön ich denk sie besteht fast zur Hälfte nur aus Hostls und Hotels.
Der zweite Tag begann mit einer super langen Fahrt in Richtung Grenze zu Chile. Dort sahen wir dann nochmal so viele unterschiedliche Landschaften, Naturspektarkel und Tiere. Angefangen bei Wüsten, wo einfach nichts ist und wächst weit und breit, über unterschiedlichste Steinformationen, bis zu wunderschönn Seen mit Flamingos und beeindruckenden Farben. Dieses Gebiet das wir viel mit dem Auto durchfahren haben nennt sich „Los Lipes“. Ich denke wir machen das wieder mit den Fotos, seht selbst – auch die beeindruckenden Berge (Papa und ich meinten eh schon wir kommen mal zurück und dann besteigen wir einen davon ; ) )








An diesem Abend kamen wir bei einem wunderschönen See umbegen von Bergen an und dort blieben wir auch für die Nacht. Dort gab es auch heiße Quellen „Augas termales de los Polques“ – sooo genial! Nach einem einfachen Abendessen – zum dritten Mal Nudeln ; ) – gings mit einer Flasche Wein auch schon ab ins Naturbad. Es war im Freien und auch im Hostel extrem unangenehm kalt, also der Weg war echt schon zach. Umso größer war das heiße Wasser die Belohnung. Mama konnte sich dazu leider nicht überwinden aber Papa, die drei Mädels und ich genossen es sehr vor allem unter diesem wunderschönen Sternenhimmel – so klar!!
Nach uns kamen noch viele weitere junge Touristen dazu und es begann ein kleines wildes Fiesta…
Trotz einer recht wilden Nacht, standen Rosa – eine der drei Deutschen – und ich am nächsten Morgen auf um uns den Sonnenaufgang im Naturbad anzusehen. Wir waren relativ früh dran und es dauerte noch ziemlich lang bis es soweit war. Als es dann soweit war, hat unser Kreislauf nicht mehr alles ausgehalten und wir mussten eine gute Schnaufpause einlegen, dann ging es wieder – müde waren wir trotzdem noch ; )
Nach dem echt leckeren Pancake-Frühstück gings auch schon wieder zurück nach Uyuni. Der Weg war recht lang und wir machten auch noch einige Stopps bei beeindruckenden Orten, wie Steinformationen und auch einem „geheimen See“ der mitten zwischen Steinen im Nirgendwo liegt. Außerdem sahen wir an diesem Tag echt viele Lamaherden – die Lamas haben so einen genialen Mood. Love it!



Zurück in Uyuni halfen uns die Menschen von der Agentur einen Nachtbus nach La Paz zu bekommen und brachten uns mit all unserem Zeug auch direkt hin. Super liebe Leute. Die Agentur „Atacama Mistica“ kann ich wirklich empfählen ; )
Vor unserer Abfahrt gingen wir noch eine Kleinigkeit essen und kauften uns noch – endlich, nach zwei kalten Etappen – die „typischen“ – also meist aus Lamawolle und mit andinen Mustern (Lamas, Andenkreuz, ect.) – Pullis. Mama und Papa echt sehr schön Handgemachte : )
Am nächsten Tag kamen wir dann in der Früh für einen kleinen Zwischenstopp in La Paz an. Dort konnten wir in der Wohnung eines guten Freunds Pablo unser überschüssiges Gepäck wie meinen Koffer und auch andere Dinge für die Zwischenzeit lassen. Wir packten so um, dass wir alle nur mehr einen recht kleinen Rucksack hatten, denn es ging diesen Abend in das Amazonasgebiet Boliviens.
Nachdem wir uns Plätze im Bus nach Rurrenabaque – im Bundesland Beni – gesichert hatten, legten wir uns in La Paz noch leichte Baumwollhosen für den Dschungel zu, fuhren ein bisschen mit den Seilbahnen über die Stadt und aßen leckeres Marrakesch ; ) – Essen..
Um 16Uhr machten wir uns dann in einem semi-bequemen sowie semi-sichern Bus auf den 14stündigen Weg in den Dschungel!
Also die Fahrt war schon mit einigen Nerven verbunden, denn wir fuhren mit einem sehr zerbrechlichen Bus über einen Bergrücken wo es sehr feucht war und das alles bergab mit vielen Kurven…. huuu durchatmen Papa ; )
Gleichzeitig war es auch super beeindruckend den Wechsel der Landschaft und der Vegetation, so lange es noch hell war, wahrzunehmen. Wir fuhren nämlich vom gefühlt kahlen La Paz auf der Hochebene in die völlig feuchten Yungas – das sind die schon etwas Dschungelartigen Wälder im Bundesland La Paz, die aber immer noch relativ hoch liegen.
In den ersten ca. 3h Fahrzeit haben wir um die 2500 Höhenmeter zurückgelegt, also ihr könnt euch so vielleicht vorstellen wir extrem die Veränderung war ; )
Rurrenabaque
– MADIDI
drei Tage
Und dann kamen wir früher als erwartet – denn viele haben uns schon gesagt, dass das ewig dauern wird, wenn nicht davon abgeraten – in dem super warmen und feuchten Rurre (Abkürzung für Rurrenabaque) an. Wir haben gleich unser warmes Gewand noch aus La Paz gut in unsere Rucksäcken verstaut, weil das brauchten wir für die nächsten drei Tage auf keinen Fall : )

Wir hatten schon in Uyuni eine Tour in den National Park MADIDI gebucht und starteten diese direkt nach unserer Ankunft. Nach einem leckeren und schnellen Café noch am Busterminal, fand uns auch schon unser Fahrer und es ging mit einem Ape/TukTuk ins Dörfchen zur Agentur.
Da wir noch relativ früh dran waren machten Papa und ich noch einen kleinen Erkundungsspatziergang durch Rurre und Mama ein kleines Nachhol-Nickerchen
Kleine Story am Rande: Die Frau in deren Haus die Agentur in Rurre ihr Büro hat war super lieb, hat uns gleich zu einem Kaffee eingeladen und erzählt, dass sie aus ihrem noch nicht fertigem Haus gern ein Hostel/Hotel machn möchte. Ich bin jederzeit willkommen um ihr dabei zu helfen.. mal sehen ob der Plan noch steht, wenn ich es wieder zurück nach Rurre schaffe vermutlich so im September/Oktober…
( –> Okay Leute ich hatte den ganzen Blog schon fertig geschrieben und eigentlich auch schon hochgeladen aber wie natürlich alles nicht klappen soll, hab ich jetzt den ganzen restlichen Part – denn ich jetzt nochmal schreibe werden – verloren… so ein sch**** aber ja jetzt muss ich des nochmal durchziehen…. aaaahhh kommt davon wenn ich alles nur online scheibe aber ich verlass mich halt auf die anzeige „gespeichert“ so ein Mist – es wird jetzt vermutlich etwas kürzer, was aber eh schon der Plan war weil ich schon sehr lang an diesem Blog arbeite haha, mal sehen ob mir das gelingt ; ) <– )
Let’s go on:
Für die Tour in den Dschungel haben wir uns für eine Agentur der indigenen Bevölkerung des Parks entschieden. Sie heißt „Madidi Jungle Ecolodge“, dort arbeiten nur Menschen, die aus der comunidad „San Jóse de Uchupiamonas“ kommen. Diese comunidad lebt – auch schon bevor es geschütztes Gebiet war – innerhalb des Parks und hat in einem Teil das Recht ihn für ihre eigenen Zwecke zu nutzen.

Noch zum Nationalpark:
Er wurde erst 1995 zu geschütztem Gebiet erklärt und ist der Nationalpark mit der größten Biodiversität weltweit. Damit diese erhalten bleibt kämpften vor dreißig Jahren die Bewohner*innen der comunidad und weitere Wissenschaftler*innen gegen die Abholzung. Daher kommt auch der Name MADIDI, das ist eine Ameisenart, die zusammenhilft um einen größeren Feind oder ein größeres Problem zu bekämpfen.

Der Start der Dschungel-Abenteuers war eine super dreistündige Bootsfahrt zunächst am Fluss Beni und dann am Tuichi – der die Grenze des Parks markriert.
Angekommen im Paradies bezogen wir unsere Ecolodge, eine schöne einfache Hütte zwar mit Fließwasser aber ohne Strom und auf der Terrasse gab es sogar auch Hängematten – uiii : )

Die nächsten drei Tage verbrachten wir eine schöne gemütliche Zeit etwas abgeschottet von der Außenwelt . Wir machten einige Touren zu Fuß bei denen wir neben unzähligen exotischen Pflanzen einige Tiere von Affen bis zum Tukan hören und auch in der Ferne sehen konnten, einmal fuhren wir mit dem Boot auch in einen anderen Teil des Urwalds und ein Nachtspatziergang war auch dabei, da bekammen wir eine Riesenspinne, Fledermäuse und Glühwürmchen zu Gesicht. Außerdem aßen wir immer „delicioso“ – vor allem vegetarisch. Auch unsere guías waren super liebe Menschen, sie haben uns ganz viel vom Park nicht nur von dessen Natur sondern auch von seiner Entstehung und der momentanen Lage erzählt – super interessant aber auch traurig.
Zwischen den Aktivitäten hatten wir auch immer gut Zeit uns in den Hängematten etwas auszuruhen, im Fluss abzukühlen und einfach das Klima sowie Ambiente zu genießen. Das Einzige, auf das wir sehr gut verzichten hätten können, waren die vielen Mücken und die darauffolgenden Stiche ; / Aber nun ja das konnte ich neben all den vielen neuen Eindrücken gut akzeptieren ; )









Ab dritten Tag gings dann wieder mit dem Boot zurück nach Rurre – diesmal um einiges schneller da wir mit dem Fluss fuhren. Ich bin sehr froh, dass wir uns dann doch dazu entschieden haben diese Seite von Bolivien auch noch zu erkunden. War etwas sehr besonderes.

Zurück in der Zivilisation Rurres sicherten wir uns zunächst einen Rückfahrtsbus – diesmal etwas bequemer – und erkundeten dann noch ein wenig Rurrenabaque zu dritt. Nach einem kleinen Essen gings auch schon wieder nach La Paz, um von dort aus unser letztes Ziel anzusteuern und zwar den:
Titicaca See
&
Isla del Sol
1 1/2 Tage

Über La Paz und Copacabana – Dorf am Ufer des Titicaca Sees – kamen wir nach einer langen Reise auf der Isla del Sol an. Dort gönnten wir uns dann ein schönes Hotel mit super Ausblick und eine warme Dusche. Außerdem konnten wir endlich unsere feuchtes Zeug aus dem Dschungel aufhängen – es roch schon sehr verdächtig…

Als wir dann wieder einigermaßen Mensch waren und uns ein bisschen ausgeruht haben, gings an die nächste Erkundungstour – die „Insel der Sonne“. Es war zwar relativ bewölkt und kalt aber Stimmung und Sicht waren trotzdem ein Traum. Außerdem trafen wir auf einige Einheimische auf ihrem Weg nach Hause von der Arbeit samt Kindern in Aguayos und ihren Eseln. Ur spannend sie so zu beobachten.
Rechtzeitig zum schönen Abendrot kamen wir auf der Westseite der Insel an und konnten diese schöne Stimmung beim Abendessen genießen.

Den nächsten Vormittag machten Mama und ich uns gemütlich noch im Hotel und auf der Terrasse, denn es ging mir nicht so gut. Ich denke es war die höhe und alles zusammen… Papa erkundete währenddessen noch etwas die Insel und deren höchsten Punkt. Gegen Mittag machten wir uns auf zum kleinen Harfen der Insel und von dort über Copa wieder zurück nach La Paz, wo wir dieses Mal wirklich noch für die letzten zwei Tage blieben.
La Paz
zwei Tage
In La Paz – der Andenmetropole – angekommen nahmen wir uns ein ganz frisch eröffnetes Hostel – ur nett aber ich erinnere mich schon nicht mehr an den Namen…
Leider war ich immer noch nicht wirklich fit und musste mich noch einen Vormittag ausruhen und im dunklen Zimmer bleiben. Aber Papas Spanisch hatte sich schon etwas gebessert und sie waren zu zweit also kamen sie gut aus und konnten schon einbisschen die Stadt erkunden: )
Die nächste Zeit verbrachten wir zum Großteil am Markt – es gab wunderbare und besondere Sachen -, in den netten Geschäften, in den Telefericos (=Seilbahnen) in der Luft über der Stadt und am essen ; ) Ich fand das einen super Ausklang und wir haben noch so viel nette Mitbringsel für Familie und Freunde gefunden.
Außerdem holten wir bei Pablo wieder unser Gepäck und mit Papa Packkünsten haben wir alle – und das waren echt viele – Einkäufe/Schätze untergebracht.







An unserem vorletzten Abend gingen wir nochmal sehr schön essen und dabei nahmen wir uns die Zeit unsere ganze Reise mit all den vielen Ereignissen nochmal revour passieren zu lassen. Ufff das dauerte… Also wir haben echt viel erlebt. Was für eine Reise!
Chao- Tschüss – Baba

Am Donnerstag gings dann ganz früh los zum Flugharfen in El Alto, denn wir mussten noch einchecken – online hat das natürlich nicht funktioniert. Aber zum Glück funktionierte dort alles recht problemlos. Sie nahmen sogar unsere improvisierten Gepäcksstücke sowie meinen Zusatzkoffer an – Yess!!
Doch als das dann geschafft war, wurde es ernst und wir mussten uns verabschieden….
Neben großer Dankbarkeit für die schöne gemeinsame Zeit, flossen dann schon wieder einige Tränen.

Ich möchte mich hiermit nochmal für die wunderbare Zeit bedanken und bin unfassbar stolz auf uns wie wir das gemeinsam gemeistert und durchgezogen haben. Schön dass ihr – Mama und Papa – durch diesen Besuch auch ein Teil meines großen Erlebnisses geworden seid!

Jedenfalls konnten ich so meine Elternliebe und -nähne wieder auffüllen und ich hoffe Mama und Papa auch, damit ich jetzt anschließend nochmal eine gewisse Zeit wegbleiben kann; )
Bussi, hab euch lieb!! < 3
!Adios!
PS:
Also dieser Blog war echt harte Arbeit... haha. Ich bin echt lang an ihm gesessen und dann hat sich auch nochmal wieder ein Teil gelöscht... aber auch wenn ich schon relativ spät dran bin - die Reise ist jetzt fast ein Monat her - wollte ich diesen Beitrag schreiben und unsere vielen Erlebnisse festhalten. Ich hoffe er gefällt euch und ihr habt es jetzt bis zum Ende geschafft... Gratuliere!! ; )
Nun ja ich bin jetzt wieder ganz gemütlich in Potosí bei meinem Projekt und mein Einsatz dauert nicht mehr sehr lange... mal sehen wie lang ich es noch aushalte... Ich versuche euch am Laufendem zu halte und wenn ich abschließe bekommt ihr noch ein Update. Mal sehen mit wie viel Verspätung dieses Mal...
Aber bis dahin Alles Liebe und macht es gut,
Eure Clara
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