
Graz und Wien
—-> bin gut über Madrid in Montevideo angekommen…
mehr Updates folgen bald 😉


Weihnachten und Neujahr im Sommer – spannende Erfahrung. Dezember der Beginn der Regenzeit, wenig Arbeit dafür viele kleine Reisen. Ein Update der letzten Monate in 2021…
Noch im November haben wir Sucre – die offizielle Hauptstadt Boliviens – erkundet. Sucre ist ungefähr 3h von Potosí entfernt – also recht schnell erreichbar. Die Stadt liegt schon ziemlich tiefer als Potosí weshalb das Klima angenehm mild ist und auch die Vegetation viel grüner. Typisch für Sucre sind auch die vielen weißen Gebäude, die sehr schön mit dem Grün der Pflanzen und dem Rot der Dächer harmonieren…
Nach einem Stadtspaziergang haben wir zwei spannende Museen besucht und am nächsten Tag waren wir auch noch in einem netten Dorf in der Nähe.






Wieder zurück zuhause in Potosí konnten wir nach fast 2 Monaten endlich unsere „Cédula de Identidad de extranjero“ ( = Personalausweis für Ausländer*innen) abholen. Nun waren wir offiziell legale Ausländer*innen… das musste natürlich gefeiert werden : )

Im November durften wir dann auch manchmal unseren Kollegen Esaul auf Land zu Workshops mit den Solarprodukten begleiten… aber leider nur vereinzelt. War aber trotzdem eine gute Erfahrung…

Dann begann der Dezember – Advent:
Der Hauptplatz und ein paar zentrale Straßen wurden voll mit Weihnachtslichtern geschmückt und Abends konnten immer viele Leute am für Autos gesperrten Plaza (=Platz) gefunden werden.
Außerdem hatte ich auch einen super schönen Adventskalender aus der Ferne : Jeden Tag 24x ein Video von meinen Eltern, in dem sie mir unterschiedliche Geschichten von mir und uns erzählten – ein riesen Danke dafür – waren echt schöne Erinnerungen!
Mit Adventbeginn begann hier auch der viele Regen…
Regenzeit eben…
Das heißt für Potosí relativ viel und Dauerregen… daraus folgte, dass wir unsere Früchte nicht mehr mit Solarenergie trocknen konnten und Dezember ist auch die Zeit der Abschlussberichte, die von unseren Kolleg*innen geschrieben wurden… demnach gab es nicht mehr viel Arbeit für uns Voluntarios… Also hielt uns nicht mehr viel in Potosí nachdem wir noch einen „Großauftrag“ Trockenfrüchte erledigt hatten, und wir beschlossen zu reisen…



Doch zunächst hatten wir noch die Ehre, bei der Hochzeit unseres Arbeitskollegen Esaul eingeladen zu sein und einen netten Tag und Abend in elegantem Outfit (die Jungs haben sich ihre Anzüge sogar schneidern lassen) zu verbringen.
Am zweite Dezemberwochenende ging es dann wiedermal nach Cochabamba, wo wir unsere Gastfamilien und auch Sprachlehrer*innen besuchten und außerdem den Geburtstag von Daniel (Sprachlehrer) mitfeierten – der Hauptgrund unserer Reise…




Das Wochenende darauf war Santa Cruz wieder an der Reihe. Von Potosí sind das 16h mit dem Bus – aber über Nacht, dann geht’s…
Eigentlich wollten wir auf ein cooles Goa/Electro-Festival gehen, aber leider wurde das wegen Corona – die Fälle stiegen/und steigen momentan wieder recht stark – abgesagt… also genossen wir einfach die vielen Second Hand Geschäfte, die lauen Nächte sowie Abende auf der Dachterrasse und die genialste Pizza – gleich zweimal. Außerdem haben wir auch noch einen ElectroClub mit recht guter Musik gefunden : ) – ich muss dazu sagen eine Elektro-Szene gibt es in Potosí so gut wie garnicht… deshalb Santa ; )


Diese beiden Wochenenden verbrachten wir – also Elias, Stubi und ich – mit Marlene, sie ist auch in Cocha mit Intersol und macht ein Praktikum, und ihrem Freund Felix… Nachdem sie nicht mehr wussten wohin, kamen sie nach Santa Cruz mit nach Potosi, um gemütlich mit uns die Weihnachtstage zu verbringen.
In den letzten Tagen vor Weihnachten haben wir nicht viel gemacht… wir haben ausgeschlafen, mal nachgefragt ob wir im Projekt gebraucht werden – meistens nicht – ,gefrühstückt – von Felix bekocht, ab und zu ein gewisses Gras geraucht und ab vier – wenn nicht schon früher – das erste Potosina(Bier) geöffnet… haha hat auch was…
Gleichzeitig hab ich uns auch einen recycelten Weihnachtsbaum aus Zeitung gefaltet, Weihnachtsmarmelade eingekocht, kleine Geschenke vorbereitet und sogar noch Vanillekipferl auf slowbacking mit halb funktionierendem Gasofen gebacken… sind eigentlich recht gut geworden : ) hihi


Am 23.12 gab es dann dir erste Weihnachtsfeier von Pasocap unserer Institution. Da diese eine kirchliche Einrichtung ist begann alles mit einer kleinen Messe, in der wir für das Jahr dankten und für Gutes im Neuen baten. Danach gab es “Chocolate con Buñuelos” – also Kakao mit einer Art Bauernkrapfen. Ein typisches Essen zu Weihnachten. (Das wurde auch schon den ganzen Advent am voll beleuchteten Hauptplatz verkauft).
Dann ging’s ans Tanzen für den Niño Jesus ( das Jesuskind). Was soviel heißt, es wird in Paaren in einer Linie zum Jesuskind -oder auch mehreren Jesuskindern, also Puppen -, das auf einem Tisch schön hergerichtet wurde, hin getanzt… das erste Paar macht eine Figur vor und der Rest macht es nach… da sind auch mal ganz witzige dabei, wie die Scheibtruhe… natürlich hab ich auch voll mitgetanzt. Macht echt Spaß und ist recht anstrengend… es gibt auch einen Part an dem Solo getanzt wird – natürlich vor/für Jesus…dabei sind Purzelbäume typisch : ) genial!
Nachdem sich alle – wir waren um die 30Leute – beim Tanzen verausgabt haben, hab es Essen – Picana, das typische Weihnachtsessen in Postosí. Es ist eine Art Suppe mit Hühner- sowie Rinderfleisch, Kartoffeln, Karotten und einem Maiskolben (=Choclo). Voll lecker aber wie immer bei den bolivianischen Portionen – zu viel…

Den 24.12 verbrachten wir zunächst gemütlich zu fünft zuhause in unserer Wohnung. Ich hab meine Kekse fertig gebacken, den Baum mit Cocablättern geschmückt und auch ein bisschen aufgeräumt… danach haben wir Glühwein mit frischen Keksen genossen und einen kleinen Spaziergang gemacht. Außerdem durfte, neben den Weihnachtsnachrichten nach Österreich, ein Anruf zuhause bei meinen Lieben nicht fehlen!

Am Abend waren wir – Elias und Ich – noch bei Margarita und ihrer Familie. Es war ein sehr nettes und fröhliches Fest, obwohl die Familie in diesem Jahr ihr “Oberhaupt” – Vater von Margarita – durch COVID verloren haben. Wir haben verschiedene Spiele in zwei Teams gespielt, auch Picana gegessen und dann wie typisch für Weihnachten und Bolivien wieder für die – diesmal 14 – Jesuskinder getanzt… super nett… Gegen 2:30 ging’s für mich dann ins Bett.
Der 25. war dann ein recht ruhiger Tag – auch weil ich mich gesundheitich angeschlagen fühlte. Doch am Nachmittag/Abend habe ich nochmal mit der „Pataforma Potosina Medio Ambiental“ (=Umweltschutz Plattform Potosí) Weihnachten gefeiert… auch mit Chocolate con Buñuelos, Tanz, Tratsch und Wein mit Fanta (naja – hat mich jedenfalls an Punsch erinnert ; )
Die Plataforma habe ich Ende November bei der Demo gegen Gewalt an Frauen entdeckt und gleich versucht mich einzubringen. Sie fokussiert sich auf junge Menschen und ist auch in Kontakt mit Fridays for Future (=viernes por futuro) bzw. versucht die Freitagstreiks mit in ihr Programm zu nehmen. Aber grundlegend ist sie anderes aufgestellt als Fridays – mal sehen was 2022 so auf de Beine gestellt werden kann. Halte euch auf dem Laufendem ; )
Nach einem weitern ruhigen 26. beschloss ich am 27. – da wir nun ja bis 6.1.2022 offiziel frei hatten – mal für eine Zeit das verregnete Potosí zu verlassen und fuhr gemeinsam mit Marlene, Felix und schlussendlich auch Elias wieder in das schöne sonnige Cochabamba.
Dort verbrachten wir dann ganz relaxt – zunächst bei Marlene und Felix in der Wohnung und dann bei Inge Zuhause (ein Paradies) – die letzten Tage des Jahres 2021. Wir waren ein bisschen in der Stadt unterwegs, genossen einen Rooftop-Spa und ich hatte gute Gelegenheit die letzten Monate sowie das ganze aufregende Jahr zu reflektieren. Außerdem bekam Marlene Besuch von ihren Eltern und mit ihnen ein kleines Weihnachtspackerl für jeden von uns drei – sooo eine Freude!
Zu Silvester dann verbrachten wir den Abend wieder nett mit Marlene, ihren Eltern und Felix. Zunächst in einer Bar und dann noch bei ihnen zuhause. Wobei wir versuchten so viele bolivianische Neujahrstraditionen, die natürlich alle Glück bringen sollten, umzusetzen wie möglich… Ich trug weiße Unterwäsche – aber verkehrt – die ich dann um 00:00 umdrehen musste. Das sollte Frieden und Harmonie für das neue Jahr bringen (jede andere Farbe der Unterwäsche hat eine andere Bedeutung – wie zum Beispiel Rot für Liebe und Gelb für Geld…) gleichzeitig haben wir versucht zu jedem Glockenschlag um 12Uhr (da sollte erwähnt werden, dass wir keine Glockenschläge gehört haben… haha) eine Weintraube zu essen also insgesamt 12 – das bringt auch Glück und dann haben wir noch Geld gezählt… außerdem soll es auch viel Reiseglück fürs nächste Jahr bringen, wenn man/frau einen Koffer vor die Tür Stellt oder mit ihm spazieren geht…
Nachdem wir vom Dach aus noch ein paar Feuerwerke beobachtet haben, gings auch schon wieder nach Hause zu Inge – anscheinend gab es auch eine Ausgangssperre an diesem Abend, wovon wir aber nichts wussten – ups, waren aber eh nicht lag aus…
Zu Neujahr gab es wieder ein herrliches Frühstück – wie auch die Tage zuvor bei Inge – diesmal mit Sekt um auf 2022 an zustoßen.
Ein riesen Danke an 2021 und ein Hoch auf 2022!
Ich wünsche euch allen das Allerbeste, Gesundheit, Freude und Zufriedenheit!





Nach zwei weiteren gemütlichen Tagen in Cocha beim Sonne tanken, starteten wir noch eine Reise in Teile Boliviens die wir noch nicht kannten…
dazu mehr im nächsten Beitrag ; )
Alles Liebe und bis zum nächsten Mal
Clara