
Erster Stopp – Sprachschule – Stadt – Familie
Das Leben in einer ganz neuen und anderen Realität auf 2.500m in einer Gastfamilie, mit Spanisch, anderem Essen, vielen Hunden auf der Straße, Trufis und ganz viel zu erkunden.
Ganz nach dem Motto:
Todo es posible, nada es seguro!
= Alles ist möglich, Nichts ist sicher!
beschreibt das Leben in Bolivien, laut meiner Sprachlehrerin Carmen.
Nun bin ich schon etwas länger als eine Woche hier in Cochabamba, der viert größten Stadt Boliviens mit 630.587 Einwohner*innen, und habe schon einiges erlebt.
Nach meiner Ankunft begann ich gleich am nächsten Tag mit dem Spanisch/Castillano(so wird das südamerikanische Spanisch genannt)-Sprachkurs in der „Escuela Carmen Vega“ – weshalb ich ja in Cochabamba bin.
Der Sprachkurs funktioniert so, dass immer jeweils ein*e Lehrer*in, eine*n Schüler*in für 4h pro Tag unter der Woche unterrichtet, wobei wir jeden Tag unsere*n Leher*in wechseln. Der Unterricht besteht dabei aus Grammatik, Vokabular, Sprechen und dem Lernen von der bolivianischen Kultur. Da wir – also Teresa, Jonas, Elias und ich (die Freiwilligen aus Austria) – am Vormittag Sprachschule haben, gibt es danach in unseren Familien – jede*r von uns lebt in einer „eigenen“ – leckeres Almuerzo (=Mittagessen). Das Mittagessen ist die wichtigste Mahlzeit der Bolivianer*innen, weshalb für den Abende eher eine einfache Jause mit Brot – es gibt gefühlt nur ein einziges Bort hier, das sind so leicht süße weißbrot „Weckerl“ – und Tee typisch ist. Generell wird hier recht langsam gegessen, was ich sehr gut finde : )
Meine familia de acogida (=~ Gastfamilie) heißt auch Vega (Miguel der Vater ist der Bruder von Carmen) und wohnt ungefähr 2 Minuten zu Fuß weg von der Sprachschule in einem ziemlich großen und schönen Haus. Es gibt einen kleinen Garten, eine Terrasse, einen Tischtennistisch und eine ur nette Garage zum gemütlich Zusammensitzen. Während dem Essen oder auch ab und zu untertags kann ich gut mit allen Familienmitgliedern ins Gespräch kommen – so lange mein Wortschatz reicht – und über unterschiedliche Traditionen, das/mein Leben hier und in Österreich und ein paar Weisheiten sprechen. Wobei ich meistens mehr zuhöre als selbst rede ; )
Nachmittags dann, in meiner „Freizeit“ – wobei meine tareas (=Hausübungen) auch untergebracht werden sollten – habe ich bis jetzt schon unterschiedlichste Sachen unternommen:
Da Teresa fünf Tage nach meiner Ankunft – also am Montag – , Cochabamba verlassen hat, gab es am Wochenende davor noch verschiedenste „Fiestas de despedida“ (=Abschiedsfeiern), was mir die Ankunft mit viel Action vereinfacht hat. Einmal waren wir austria@s gemeinsam bouldern, es gab ein nettes Fest in der Sprachschule mit all unseren Gastfamilien und Lehrer*innen (seht das Video unten ; )) und zu guter Letzte wurde “zuhause” noch ein großes Abschiedsessen gekocht, wobei die Nachspeise ein von uns experimentierter Kaiserschmarren mit Apfelmus war.
Mit Beginn der nächsten Woche begann dann mein wirklicher „Alltag“ und das Spanischlernen. Obwohl ich schon 4 Jahre Spanisch in der Schule hatte, ist das hier ganz anders schwer, mich auszudrücken – verstehen fiel mir schnell viel leichter, wenn die Person einigermaßen verständlich und langsam sprach… Doch nach und nach würde ich jetzt – nach 6 Einheiten – sagen, dass ich besser geworden bin. Natürlich kann ich mich immer noch nicht! fehlerlos ausdrücken, aber ich fühle mich sicherer.
Nach
Spaziergängen an der Lagune – an der unser Barrio (=Viertel) liegt – , spontanen Jam-Sessions mit Gitarren und Gesang, Bar Besuchen in der Stadt, meinem ersten Mal im Fitness Studio (wobei ich mich jetzt schon für ein Monat eingeschrieben habe), einem Zimmertausch (nachdem Teresa ausgezogen ist), ein paar Magen Problemen – vermutlich wegen der Höhe und dem Essen – , einem Ausflug zum Christus (Höchstgelegene Christus Statue der Welt) mit wunderschönem Blick auf CBB (=Cochabamba), einige Fahrten mit dem Trufi (das „öffentliche Verkehrsmittel“ in CBB; es gibt viele verschiedene Linien die ihre Routen haben und die Reisenden können diese Kleinbuse oder Autos jederzeit am Straßenrand anhalten und können dann auch jederzeit aussteigen – simply carsharing – Me gusta!), Tischtennis Spielen, der Teilnahme an einem K’oa (traditionelles Ritual zur Verehrung von Pachamama = Mutter Erde) und einem wunderschönen Ausflug in den Norden von Cochabamba mit einer „österreichischen“ Bekannten,
ist der erste „Schock“ der neuen Umgebung überstanden.
Dass alles neu war und ich nicht wusste wann was wo bzw. wie ich gewisse Dinge machen sollte, war/ist die zweite große Herausforderung dieses Abenteuers für mich. Deshalb bin ich extrem froh, nicht alleine hier zu sein und ich die Unterstützung sowie notwendige Einführung sowohl von Teresa, Jonas und Elias (auf Deutsch) als auch von meiner Familie und den Lehrer*innen (auf Spanisch) bekommen habe.
Es war auch recht schwer für mich zu sehen wie einige Menschen hier leben und arbeiten müssen sowie die momentane Corona Situation bzw. Angst. Denn für die meisten Einwohner*innen wäre die Behandlung bei einem schweren Krankheitsverlauf unbezahlbar – es gibt hier keine Versicherungen -, weshalb Maßnahmen, wie das Maskentragen sobald das Haus verlassen wird und häufige Desinfektion mit Ganzkörper „Alkoholduschen“ nach einem Besuch im Zentrum oder Desinfektionsflaschen“Ketten“ für unterwegs, mit viel Disziplin durchgeführt werden. Dazu muss auch gesagt werden, dass – so viel mir erklärt wurde – es nicht unbedingt große Vorschriften der Regierung gibt, sondern auf die „verantwortungsbewussten bolivian@s“ gesetzt wird. Außerdem ist die Impfsituation auch recht schwierig, da gewisse Impfstoffe einfach nicht rechtzeitig geliefert werden und somit das Ganze noch weiter verlängert.
Soviel zum Exkurs – Corona in Bolivien.
Für uns/mich ist es halt schwierig wie wir damit umgehen sollen, da wir irgendwo ja etwas erleben wollen und unterwegs sind, gleichzeitig die Familie nicht in Gefahr oder in eine ungünstige Situation bringen wollen. Das ist noch eine Frage die uns beschäftigt.
Aja und das Wetter bzw. Klima hier ist echt angenehm. Es ist fast so wie dauerhafter Frühling, die Sonne scheint eigentlich ständig – was am Nachmittag schon recht heiß werden kann -, doch in der Nacht wird’s dann auch noch recht „kühl“ – wozu auch gesagt werden muss, dass momentan noch Winter ist und es keine wirklichen Heizungen, die nicht notwendig sind, gibt… Und vielleicht auch noch ganz gut zu wissen es sind 6h Zeitverschiebung nach “vorne” von Österreich… also wenn es in Graz 20Uhr ist, ist es bei mir erst 14Uhr 😉
Jedenfalls bin ich im Großen und Ganzen nach diesen ersten zehn Tagen schon recht gut angekommen, habe langsam in den Alltag gefunden und weiß nach und nach immer mehr wo wie was ; ).
Außerdem liegen noch fünf weiter Wochen in Cochabamba vor mir, die ich schon mit ein paar Plänen gefüllt habe, bevor der „Ernst“ des Einsatzes beginnt…
Ich bin gespannt was noch alles passiert und versuche davon zu berichten.
Alles Liebe und Gute!
Hasta pronto
Clara
Ps: ich musste die Hälfte dieses Eintrags noch ein zweites mal schreiben, weil sie beim ersten Mal nicht gespeichert wurde… sehr nervig… aber jetzt ist wieder alles da, zwar anders aber da… haha
Noch ein paar Fotos zur „Aufzählung“ ; )









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